Bald schon beginnt für die Turner des HSV Weimar die neue Landesligasaison. Nach guten Auftritten beim Liga- und Bundesfinale Ende letzten Jahres wollen die Recken ihre individuellen Zielstellungen erfüllen und die Vorgabe der Ausgangswerterhöhung umsetzen. Dabei wird in diesem Jahr einiges anders. Statt vier turnen nun sechs Mannschaften in Thüringens ranghöchster Turnklasse: jeweils zwei aus Erfurt, Jena und Weimar. Obwohl der HSV als einzige Stadt keine Turnhalle mit feststehenden Geräten hat, wagen Kaspar Gildehaus, Hans-Florian Oberender, Valentin Kasburg, Daniel Nicht, Conrad Zöckel und der Gothaer Gastturner Daniel Dorn ihre Landesligapremiere. Unter Trainer Dr. Peter Braun wurden durch kontinuierliche Trainingsarbeit nach und nach die Voraussetzungen für einen Start in der Kür modifiziert II, einem Ableger des Code de Pointage, nach dem auch in der Bundesliga und bei allen anderen Großereignissen geturnt wird, geschaffen. Dass die 16- und 17 Jährigen für dieses Vorhaben gut gewappnet sind, zeigt die Tatsache, dass Valentin, Conrad und Florian Thüringen beim Dreiländerkampf zwischen Thüringen, Hessen und dem Turnverband Mittelrhein letztes Jahr erfolgreich vertraten. Dem Trainer geht es vor allem darum, seinen Athleten Mehrkampferfahrung zukommen zu lassen: „Wenn wir dabei die eine oder andere Mannschaft hinter uns lassen können, umso besser.”, ist Braun trotz angespannter Personalsituation optimistisch.
Das Gesicht der ersten Mannschaft hat sich wiederum etwas verändert: „Viele unserer Gemeldeten sind beruflich stark eingespannt, so dass eine intensive Ligavorbereitung schwierig ist.”, so Kapitän Jörg Wolfram. Er gehört wie Bernhard Weigel, Dominik Mehmel, Sebastian Merker, Wolfgang Raddatz und dem Gothaer Holger Bonsack zum Stamm des Teams. Der ebenfalls aus Gotha stammemde Stefan Scherre lebt und arbeitet jetzt in Wolfsburg und wird dem HSV leider nicht mehr zur Verfügung stehen. „Deswegen sind wir froh, dass Friedrich Erler nach einem Jahr Pause wieder in der Landesliga starten will. Außerdem haben wir mit Marius Haake eine absolute Verstärkung am Boden, Reck und Sprung bekommen.” Der 20 Jährige aus Nordhausen trainierte jahrelang im Sportgymnasium des SV Halle und nahm auch schon an Deutschen Meisterschaften teil. Damit soll der dritte Rang aus dem Vorjahr mindestens verteidigt werden.
Auch bei Trainer Kay-Uwe Rohm wächst so langsam die Anspannung: „Leider kann die Mannschaft nicht dauerhaft zusammen trainieren. Wolfgang, Jörg und Sebastian bilden in Leipzig eine Trainingsgruppe und mit Bernhard, Dominik und Friedrich benutzen wir einmal in der Woche die Geräte beim TuS Jena. In der Breite sind wir gut aufgestellt, jetzt dürfen wir nur den Auftakt nicht verpatzen, um nicht gleich ins Hintertreffen zu geraten.” fordert der erfahrene Pädagoge. Von den acht gemeldeten Turnern können zur Premiere nur fünf eingesetzt werden. Dominik Mehmel vertritt den HSV beim Volleyball in der Asbach-Halle und Friedrich Erler und Holger Bonsock sind berufsbedingt unterwegs.
Der erste Wettkampftag beginnt am 27.2. im Turnzentrum des MTV 1860 Erfurt 9.30 Uhr mit dem Einturnen. Ab 10.30 Uhr geht es um die ersten Punkte der neuen Saison.
Jörg Wolfram