Den Fünften vermeiden

Viel probierten
die Weimarer (hier links mit Uwe Steinberg beim Angriff) gegen die Ilmenauer. Doch wieder einmal war im Tie-Break Endstation für den HSV-Sechser. Foto: Uwe Schmidt

Weimar. (tlz) Das Tie-Break-Syndrom schien nach dem Nordhausenspiel (3:2) aus Sicht der HSV-Volleyballer aus Weimar schon überwunden, doch am Wochenende kehrte es mit aller Härte wieder zurück. Die Jungs um Jörg Bialas führten gegen den SV TU Ilmenau zweimal in den Sätzen - den längeren Atem hatten aber die Gäste und gewannen mit 3:2. Dabei ließen die Hausherren viele Kräfte, die ihnen gegen den 1. VSV Jena 90 letztlich fehlten. Gegen die Zeisstädter setzte es ein glattes 0:3. Von Aufgeben ist beim HSV aber keine Spur.

Coach Bialas setzte zu Beginn der Ilmenau-Partie auf Zuspieler Robert Frohwein, anstatt auf Neuzugang Mario Reiher. "Es schien mir die sichere Variante, weil die Abstimmung zwischen Mario und den Angreifern logischerweise noch nicht 100-prozentig da ist", erklärte der Trainer. Auch sein Sohn Edgar - mit Knieproblemen behaftet - stand in der Anfangsformation. Der Weimarer Start verlief äußerst positiv. Über das 8:5 stand es Mitte des ersten Durchgangs 15:10. Die anschließende Auszeit der Gäste brach aber den HSV-Rhythmus. Ilmenau glich zum 15:15 aus. Danach fand der Heimsechser aber wieder zu seiner Linie, erspielte sich einen Dreipunktevorsprung (22:19) und brachte den Satz mit 25:19 nach Hause.

Abschnitt zwei begann mit vielen umkämpften Punkten. Beim Stand von 9:8 für Weimar setzte sich Ilmenau aber auf 14:9 ab. Auszeit Bialas. Diese fruchtete und der HSV kämpfte sich zum 14:14. Doch die TU kam immer besser in Fahrt, der HSV hingegen ließ die nötige Konsequenz vermissen. Daher glich Ilmenau in den Sätzen aus (19:25). Im nächsten Durchgang waren die Gastgeber energischer und vor allem sicherer in der Feldabwehr. Nach dem 15:11 schlichen sich die Ilmenau zwar nochmals auf 16:15 heran, aber Bialas´ Auszeit zog dem Gegner den Zahn. Den Satzball veredelte Christoph Jenszöwski zum 25:20.

Nun war alles daran, das Match in vier Sätzen zu beenden, denn in Tie-Breaks hatte man in dieser Saison schon genug Niederlagen hinnehmen müssen. Ilmenau rüttelte sich aber wach und ging mit 10:7 in Front. Beim anschließenden Ballwechsel hatte der HSV viele große Chancen, den Punkt zu machen, doch man bekam das Ding nicht tot. Folglich nahm Bialas die nächste Auszeit. Die Weimarer pushten sich nochmals und glichen nach einem dramatischen Punkt zum zwischenzeitlichen 20:20 aus. Ilmenau blieb dennoch cool und zog den Durchgang zum 25:22. Im fünften Durchgang fehlten beim HSV einserseits die druckvollen Angriffe. "Wir hatten einfach nicht genug Courage", erklärte Bialas. Andererseits zauberte die TU nun und kratzte die unmöglichsten Bälle vom Boden. Letztlich hieß es 7:15 aus Weimarer Sicht.

Geplättet und mit einem gehörigen Kräfteverschleiß musste der HSV dann gegen die Jenaer ran. Die Gegner lieferten das konstantere Spiel ab, brachten viele Angriffsvarianten ein und hatten somit wenig Probleme, die Sätze einzufahren. Am Ende siegte der 1. VSV mit 24:20, 25:15 und 25:19. "Bei uns waren die Kräfte dann weg und damit geht auch die Konzentration flöten", so der HSV-Coach. Zu allem Überfluss prallte Benjamin Kratz im ersten Satz bei einem Blockversuch auch noch mit seinem Gegenspieler unglücklich zusammen, so dass sein Sprunggelenk etwas ab bekam und anschwoll. Es stellte sich eine starke Überdehnung heraus: Zwei bis drei Wochen Pause.