Klassenerhalt der Weimarer Volleyballer steht auf der Kippe

Hoffen auf Sonneberg: Jörg Bialas (M.) und sein Team müssen den Ausgang in der Regionalliga abwarten, bevor sie den Klassenerhalt in der Thüringenliga bejubeln können. Foto: Uwe Schmidt

Das Pokalwochenende steht vor der Tür, doch das interessiert die Volleyballer des HSV Weimar nur am Rande, denn: Durch eine Niederlage eines Thüringenliga-Konkurrenten, der seinen Trainer in jener Partie einsetzte, könnten die Jungs um Jörg Bialas doch noch in die Oberliga absteigen.

Weimar. Was war passiert? Der HSV hatte sein letztes Spiel der Saison 2009/10 absolviert und stand auf Rang neun, der ihnen den Klassenerhalt sichert. Die Volley Juniors aus Erfurt (12.), die Schlusslichter der Liga, sind in dieser Klasse gesetzt. Heißt: Der Elfte steigt auf jeden Fall ab und das ist Schmalkalden. Sollte aber Sonneberg aus der Regionalliga noch in die Thüringenliga runter müssen, so würde folglich deren Zehnter auch den Gang in die Oberliga antreten müssen. Der VSV Gößnitz war vor seiner letzten Partie am vergangenen Samstag Zehnter, hatte aber noch theoretisch die Chance, mit einem Sieg die Weimarer zu überholen. Die Gößnitzer mussten bei Hermes Gera (7.) ran. Von den Kräfteverhältnissen eine eindeutige Geschichte. Doch das Hermes-Team machte sich einen Spaß aus diesem Vergleich und verkündete auf seiner Homepage: Die Männer haben sich für ihren letzten Spieltag etwas besonderes ausgedacht. Das Geraer Volleyballurgestein und Hermestrainer Günter Eck wird ein letztes Mal in ein Trikot schlüpfen und zusammen mit seinen Schützlingen auf Punktejagd gehen. Dazu laden Sie die Herren der ersten Mannschaft recht herzlich ein. Nebenbei bemerkt ist Eck 65 Jahre alt. Und es kam, wie es kommen musste. Der Gera-Coach lief auf und seine Auswahl kassierte ein glattes 0:3 gegen Gößnitz (22:25, 20:25, 14:25). Was danach folgte, war fast eine Demütigung für die Weimarer. Gera bekam es in seinem zweiten Spiel mit dem Post SV Erfurt zu tun, der auf dem zweiten Rang der Thüringenliga steht. Am Ende hieß es 3:2 für Gera (19:25, 25:16, 25:21, 26:28, 15:13). Der Siebente verliert also erst gegen den Zehnten, um anschließend einen grandiosen Erfolg über den Zweiten zu feiern. Geras Trainer Eck sagte dazu: Meinen Einsatz haben mir meine Jungs zum Geburtstag geschenkt und mir extra eine Spielgenehmigung besorgt. Und es stand schon lange fest, dass ich gegen Gößnitz spielen sollte. Aber ich habe maximal vier Spielzüge mitgemacht und bin dann wieder raus. Meine Jungs haben einfach eine schlechte Partie abgeliefert. Er hätte in dieser Situation auch nicht an Weimar gedacht, geschweige denn an Auswirkungen in der Tabelle. Deshalb seien Manipulationsvorwürfe absolut unberechtigt, so Eck. Und gegen Erfurt haben wir uns erheblich gesteigert, weil wir die Niederlage nicht auf uns sitzen lassen wollten, sagte der Hermes-Verantwortliche. Ein fader Beigeschmack bleibt jedoch. Dadurch muss der HSV also noch zittern, denn die Sonneberger haben am kommenden Samstag ihr Abstiegsendspiel bei den L.E. Volleys in Leipzig und müssen für den Klassenerhalt mindestens zwei Sätze gewinnen. Geschieht das nicht, spielt Sonneberg definitiv nächste Saison Thüringenliga und Weimar müsste wohl mit der Oberliga Vorlieb nehmen. Doch auch in dieser Hinsicht ist das letzte Wort nicht gesprochen. Denn der FSV Gotha oder die Volley Juniors könnten noch das Zünglein an der Waage sein. Die Gothaer spielen nämlich mit einer Ausnahmegenehmigung, weil sie keine Nachwuchsarbeit nachweisen können. Ein Ausschluss des Teams in der Thüringenliga nächste Spielzeit ist möglich. Und die Volley Juniors gehen vielleicht freiwillig eine Spielklasse runter, denn sie haben alle Spiele verloren und es wäre besser, wenn sie mit ein paar Siegen Selbstvertrauen tanken könnten. Das sagte zumindest deren Trainer zu mir, erklärte Weimars Trainer Jörg Bialas. Das sind aber alles Eventualitäten. Sollte Sonneberg den Klassenerhalt in der Regionalliga schaffen, ist auch in der Goethestadt Ruhe. Die HSV-Cracks werden am Samstag jedenfalls mitfiebern. Zuvor haben sie noch ihre vierte Pokalrunde zu bewältigen. Gegner ist der Landesklassenvertreter und Gastgeber Erfurt electronic sowie der 1. VSV Jena. Zum Einsatz auf HSV-Seite wird auf jeden Fall Zuspieler Mario Reier kommen. Auch Robert Göritz darf von Beginn an ran. Verzichten müssen die Weimarer auf Felix Lange, der in Berlin weilt.

Auch die HSV-Damen von Wolfgang Traut wollen im Pokal weiter kommen. Gegner sind am Samstag Post Erfurt und Pößneck in der Asbachhalle.